Bus

© Markus Bachmann
© Markus Bachmann

Busse gehören zu den Fahrzeugen mit dem höchsten spezifischen Ausstoß an gesundheitsschädlichen Dieselrußpartikeln und Stickoxiden. Dies gilt besonders für Fahrzeuge mit dem Abgasstandard Euro III (gelbe Plakette) und schlechter. Durch eine Nachrüstung ist es aber möglich einen Euro III Bus auf das Emissionsniveau eines Euro IV Busses zu bringen. Erst dann ist das Fahrzeug hinsichtlich des Feinstaubs eine echte Alternative zum Pkw, denn ein Euro III Bus emittiert soviel Rußpartikel wie 45 Pkw.

 

Bis zum 1.1.2012 gab es für Busse, insbesondere Reisebusse, eine Sonderreglung in der die Busse von der Umweltzonenregelung ausgenommen waren. Diese Regelung war aus technischen Gründen beschlossen worden, da noch im Jahr 2010 praktisch kaum Nachrüstsysteme vorhanden waren und alle Busse einen Nachweis der Nichtnachrüstbarkeit erhalten hätten.

 

Heute dagegen sind für 80% bis 90% der Busse Partikelfilter verfügbar, meist von mehreren Herstellern. Busflottenbetreiber hatten damit zwei Jahre länger Zeit, sich einer Regelung anzupassen, die im Grunde schon 2005 bekannt gemacht wurde.

 

Durch die Sonderregelung hat sich der Fahrzeugbestand der Busse im Vergleich zu den Lkw nur sehr langsam erneuert und das Problem der hohen, extrem gesundheitlichen Emissionen aus Bussen wurde bisher nicht gelöst.

Die Stadt Berlin hat vor dem 1.1.2012 ermittelt, dass Busse zu etwa 7% die lokale Rußbelastung verursachen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Emissionen aus den Reisebussen denn in Berlin werden die Linienbusse seit Ende der 90er Jahre mit Partikelfiltern nach- und ausgerüstet. Daher emittiert die BVG-Busflotte im Mittel nur noch 0,047 g/km, für die innerhalb der Umweltzone eingesetzte BVG-Busflotte beträgt die mittlere Rußemission nur noch 0,029 g/km, weil die ältesten Busse nur außerhalb der Umweltzone eingesetzt werden.

 

Dies gilt nicht für Städte wie zum Beispiel Leipzig oder Halle die für den BVG eine generelle Ausnahmegenehmigung bis 2016 erteilt haben. Man muss davon ausgehen, dass der durch die Reisebusse und Linienbusse emittierte lokale Beitrag erheblich höher liegt als in Berlin.

 

Zudem hat die Stadt Berlin überprüft ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Ausschluss von schmutzigen Reisebussen zur Einfahrt in die Umweltzone gibt oder nicht. Ein solcher Zusammenhang konnte nicht nachgewiesen werden, im Gegenteil, die Zahlen der Touristen in Berlin steigen kontinuierlich.

 

Leider ist trotzdem noch immer keine signifikante Änderung in Sicht. Allein die Stadt Berlin erlaubt nur noch Bussen mit grüner Plakette die Einfahrt in die Umweltzone. Alle anderen betroffenen Städte gewähren nach wie vor Bussen aller Emissionsklassen freie Fahrt.

 

Dass es auch anders geht, zeigt sich in unseren Partnerländern.

 

England:

London hat eine Low Emission Zone (LEZ). Seit dem 3.1.2012 dürfen Lkws Linien- und Reisebusse mit der Abgasnorm Euro IV oder besser in die LEZ einfahren. Erfüllen sie die Abgasnorm nicht besteht die Möglichkeit eine Tagesgebühr zur Einfahrt in die LEZ zu entrichten. Diese Gebühr beträgt ca. 244€/Tag. Wird ein Fahrzeug ohne Tagesgebühr angetroffen wird ein Bußgeld in Höhe von 1.000 Britischen Pfund fällig. Zusätzlich zur Tagesgebühr müssen die einfahrenden Fahrzeuge grundsätzlich eine City Maut von ca. 8 Pfund pro Fahrzeug entrichten.

 

Dänemark:

Auch in den dänischen LEZs dürfen nur Reisebusse, Lkw und Linienbusse nur dann einfahren wenn sie die Abgasnorm Euro IV oder besser erfüllen. Bei unerlaubter Einfahrt wird ein Bußgeld in Höhe von ca. 2700 € fällig.

 

 

Ansprechpartner:

Heiko Balsmeyer, E-Mail: Heiko.Balsmeyer[at]vcd.org

Dorothee Saar, E-Mail: saar[at]duh.de

 

Video zur Aktion "Keine Busse ohne Filter" am 3. Mai am Brandenburger Tor in Berlin: