Binnenschifffahrt

© Saarbrücker Personenschifffahrt
© Saarbrücker Personenschifffahrt

Ein Großteil der in Deutschland verkehrenden Binnenschiffe wird nach wie vor mit Dieselmotoren angetrieben. Insbesondere bei der Güter- und Fahrgastschifffahrt liegt der Anteil bei nahezu 100 Prozent und wird sich auch in den nächsten Jahren nicht merklich verändern.

Aufgrund fehlender Filteranlagen und im Vergleich mit dem Straßenverkehr schlechten Kraftstoffen haben Binnenschiffe recht hohe Emissionswerte. Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings, dass die Binnengüterschifffahrt trotzdem zu den umweltschonenderen Transportarten gehört, wenn dafür nicht Flüssen vertieft oder begradigt werden müssen.

 

Lieder steht Anteil an emittierten Feinstäuben der Schiffsdieselmotoren im direkten Zusammenhang mit der verwendeten Treibstoffart und deren Schwefelgehalt. Über engere Grenzwerte könnte eine effektive Reduktion der Emissionswerte erzielt werden, aber auch Filter können ein Ansatz zu Lösung des Rußproblems sein.

 

Lange Einsatzzeiten und Anpassungszeiträume machen eine verpflichtende Nachrüstung mit Partikelfiltern notwendig, da sich die Flotte nur sehr langsam erneuert. Es stellt sich dann allerdings das Problem der Finanzierung solcher Maßnahmen insbesondere für kleinere Binnenschifffahrtsunternehmen. Hier ist die öffentliche Hand gefordert, die Beihilfen zur Nachrüstung gewähren muss.

 

Darüber hinaus müssen gesetzliche Grenzwerte gezielt international gesetzt und koordiniert werden, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Dies zeigt das Beispiel der Transportleistung im Schiffsgütertransport in Deutschland, der nach Gewicht immerhin zu 53 Prozent von niederländischen und nur zu 34 Prozent von deutschen Schiffen bewältigt wird.

 

Öffentliche Programme für eine nachhaltigere Binnenschifffahrt gibt es bereits, auch wenn noch Verbesserungs- und Ausbaubedarf besteht. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat mit Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und Förderprogrammen die Erprobung und Ausrüstung von Binnenschiffen mit Abgasnachbehandlungssystemen sowie die Nutzung effizienterer Antriebsysteme gefördert. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unterstützt mit seinem Förderschwerpunkt Binnenschifffahrt zusätzlich die Anschaffung neuer Schiffe.

 

Für die Kampagne ist es neben der politischen Begleitung des Themas, auch besonders vorbildliche Reedereien in ihren Aktivitäten zu bestärken. So wird eine selbstentwickelte Umweltplakette an Binnenschiffe verliehen, die freiwillig einen Filter nachgerüstet haben oder gleich mit einem solchen Filter gebaut wurden. Den Anfang machten Personenfahrgastschiffe in Saarbrücken und Berlin, aber in letzter Zeit kommen vermehrt Anbieter von Binnenkreuzfahrten hinzu, die ihre Gäste nicht in ungesunden Abgaswolken sitzen lassen wollen.

 

Ansprechpartner:

Jens Hilgenberg, E-Mail: Jens.Hilgenberg[at]bund.net

 

Hintergrundpapier_Binnenschiffe_2014.pdf
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Aktivitäten im Bereich Binnenschifffahrt:

Mit einer grünen Umweltplakette zeichnet die Kampagne "Rußfrei fürs Klima" Fahrgastschiffe aus, die über einen Rußpartikelfilter verfügen. Durch die Nachrüstung mit der entsprechenden Abgastechnik können Rußemissionen um bis zu 90% redzuiert werden. Derzeit fahren Schiffe in Berlin, Köln und Saarbrücken mit dem Siegel.

Pressemitteilung
20130822_PM_Plakettenvergabe_Riedel.pdf
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Interview mit  Günter Emmer (Saarbrücker Personenschiffahrt) in der BUND Saar Zeitschrift zu seinen Erfahrungen mit der Nachrüstung seiner Passagierschiffe mit Rußpartikelfiltern.

Interview
Gespräch_Emmer_BUND Saar.pdf
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