Dieselloks

© AKN
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Diesellokomotiven sind schienengebundene Triebfahrzeuge, die zur Leistungserzeugung einen oder mehrere Dieselmotoren nutzen. Sie werden überall dort eingesetzt, wo eine elektrische Oberleitung nicht wirtschaftlich gebaut oder betrieben werden kann, sei es in unwegsamem Gelände, auf wirtschaftlich nicht attraktiven Nebenstrecken oder im Rangierbetrieb.

 

Schienenfahrzeuge mit Dieselmotoren steuern rund ein Prozent der verkehrsbedingten Rußemissionen bei. Trotz der verhältnismäßig geringen Stückzahlen und Kilometerleistungen von Dieselloks führen das hohe Alter, die hohe Motorisierung, der Einsatz über viele Stunden sowie die späte Einführung von Grenzwerten und damit Abgasreinigung und Effizienzsteigerung zu einer kumulierten Emissionsbelastung in urbanen Gebieten.

Selbst durch die natürliche Erneuerung bei planmäßiger Einführung der neuen Grenzwerte der Stufe III B in 2012 werden nach Berechnungen des IFEU-Instituts jährlich mindestens 1500 Tonnen Ruß emittiert. Diese Zahl basiert auf optimalen Erneuerungsraten. Durch die Ende 2010 diskutierte Ausweitung der auf 50% erhöhten Flexibilisierungsrate auch auf Diesellokomotiven die noch einen Abverkauf bereits hergestellter alter Motoren der vorherigen Grenzwertstufe erlaubt, würde der reale Emissionswert deutlich erhöht.

 

Laut Angaben verschiedener Filterhersteller ist es möglich, für jede Lokomotive und jeden Einsatzzweck ein geeignetes Partikelminderungssystem herzustellen. Es gibt eine Reihe positiver Praxisbeispiele nachgerüsteter Diesel-Loks und -Schienenfahrzeuge; der Einbau dauert nur ein bis zwei Tage.

Das Bundesministerium für Arbeit schreibt bisher nur beim Betrieb von Dieselmotoren in geschlossenen Räumen und unter Tage (Tunnel) den Einsatz von Rußpartikelfiltern bei Überschreitung sogenannter „maximaler Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK)“ ausdrücklich vor.

Europaweit vorbildlich ist die Schweizerische Bundesbahn (SBB), die bereits seit 2004 nur noch Diesellokomotiven mit Partikelfiltern für den Rangierdienst und Streckenunterhalt beschafft; ihre Personen- und Güterverkehrszüge fahren überwiegend mit elektrischem Antrieb und damit weitgehend, ohne direkte Luftschadstoffe auszustoßen.

 

Forderungen der Kampagne an die Politik

  • Die Kampagne fordert von allen politischen Ebenen nachdrücklich den Einsatz im Kampf gegen Feinstaub. Da Ruß neben seiner Klimaschädlichkeit auch nachweislich der Gesundheit der Menschen vor Ort erheblich schadet, sind Kommunen, der Bund und die Europäische Kommission gefordert.
  • Auf europäischer Ebene fordert die Kampagne die Einführung ambitionierter Grenzwerte und insbesondere die Einbeziehung der Kenngröße „Partikelanzahl“ bei der Revision der „Non-Road-Mobile-Machinery“- Richtlinie, die Grenzwerte für den Luftschadstoffausstoß von nicht-straßengebundenen Motorfahrzeugen wie Lokomotiven, Schiffen und Baumaschinen festlegt.
  • Von der Bundesregierung fordert die Kampagne, sich konsequent für eine europaweit einheitliche Regelung zur Reduzierung des Feinstaubs aus dem Verkehr und allen Non-Road-Maschinen einsetzen. Bundesweit, insbesondere in urbanen Gebieten, dürfen nur noch Dieselloks eingesetzt werden, die mit effektiven Partikelminderungssystemen ausgestattet sind.
  • Die Deutsche Bahn AG befindet sich zu 100% im Besitz des Staates. Daher fordert die Kampagne das quasi-öffentliche Unternehmen auf, als gutes Vorbild im Bereich der Luftreinhaltung in Deutschland voran zugehen und alle alten Dieselloks mit wirksamen, geschlossenen Rußpartikelfiltern und NOx-reduzierenden SCR-Katalysatoren nachzurüsten. Bei Remotorisierungen sowie Neuanschaffungen muss die beste bereits auf dem Markt befindliche Abgasstufe gewählt werden, derzeit III B.
  • Des weiteren fordert die Kampagne die Maschinen- und Motorenindustrie auf, die Entwicklung emissionsarmer Motoren (für die Bereiche, in denen auch künftig keine leitungsgebundene Stromversorgung zur Verfügung steht) als Marktchance zu erkennen und eine Vorreiterrolle bei der Markteinführung emissionsarmer Technologien zur Abgasminderung einzunehmen.

 

Ansprechpartner:

Heiko Balsmeyer, E-Mail: Heiko.Balsmeyer[at]vcd.org

Dorothee Saar, E-Mail: saar[at]duh.de

 

Hintergrundpapier Diesellok
Hintergrund_Diesellok_2012.pdf
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