Tempolimit

Rainer Sturm/Pixelio
Rainer Sturm/Pixelio

Ein Tempolimit ist ein wirksames Mittel bei der Bekämpfung der Rußbelastung. Die Ausweisung von Geschwindigkeitsbegrenzungen ist verhältnismäßig einfach und preiswert umzusetzen und wird bereits seit langem in den Innenstädten aus Lärmschutzgründen und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit angewendet. Vorraussetzung für die Wirksamkeit der Maßnahme ist jedoch eine konsequente Kontrolle der Einhaltung des Tempolimits zum Beispiel durch stationäre und mobile Geschwindigkeits-Überwachungsgeräte. Zudem sollte eine „Grüne Welle“, die dem geltenden Tempolimit angepasst ist, auf den betroffenen Straßen installiert werden. Dem Ausweichen auf die anliegenden Nebenstraßen kann durch bauliche Maßnahmen entgegen getreten werden.

 

In den meisten deutschen Städten begnügen sich die Verkehrsplaner mit der Ausweisung von Tempo-30-Zonen auf den Nebenstraßen. Berlin geht im Rahmen eines europaweiten Pilotprojektes (HEAVEN) einen Schritt weiter. Seit 2005 gilt Tempo 30 auf insgesamt 16 Abschnitten von Hauptverkehrsstraßen. Damit erhöht sich die Wirksamkeit dieser Maßnahme beträchtlich, da bis zu 80 Prozent des städtischen Verkehrs über diese Straßen verläuft. Da solche Regelungen nur in Ausnahmefällen erlaubt sind, muss diese Anordnung gut begründet sein. Berlin führte dafür sowohl die Erhöhung der Verkehrssicherheit als auch die Senkung der Abgas- und Lärm-Emissionen ins Feld. In der Schildhornstraße sank die reale Durchschnittsgeschwindigkeit um 25km/h. Die Folge war eine Abnahme der Feinstaubbelastung um sieben Prozent und der Stickstoffbelastung um 13 Prozent. Zudem wurde die Anzahl der Unfälle um mehr als die Hälfte reduziert.

 

Und auch auf Autobahnen bringt ein Tempolimit eine deutliche Feinstaubreduzierung. So wurde zum Beispiel auf den Autobahnen rund um die österreichische Stadt Graz die Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h auf 100 km/h verschärft. Zur Umsetzung wurde eine flexible Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) genutzt. Obwohl Faktoren wie ein hoher LKW-Verkehrsanteil und die Nichteinhaltung des Tempolimits das Minderungspotential der Maßnahme reduzierten, konnten während des 10-monatigen Versuchszeitraumes immerhin noch 450 kg PM10 und mehr als 16.000 kg Stickstoffoxid eingespart werden. Tempolimits auf den Stadtautobahnen können demnach ebenfalls dazu beitragen, dass die Hintergrundbelastung durch Feinstaub in den Ballungsräumen verringert wird.

 

 

Ansprechpartner:

Jens Hilgenberg, E-Mail: Jens.Hilgenberg[at]bund.net