russfrei-bauen.de

Informationen zu partikelgefilterten Baumaschinen

© Pixelio/Burghard Vogt
© Pixelio/Burghard Vogt

Die mit Diesel betriebenen Baumaschinen sind für ein Viertel der innerstädtischen Rußemissionen verantwortlich. Strenge Auflagen für den Einsatz von Rußfiltern gibt es bislang nur für den Betrieb in Tunnellagen oder geschlossenen Räumen oder dann, wenn diese Vorgaben in den Genehmigungsunterlagen festgeschrieben sind.  Baumaschinen sind im Bundesimmissionsschutzgesetz von der Filterpflicht ausgenommen. Diese Lücke in der bestehenden Gesetzgebung führt mit dazu, dass trotz der Einführung von mittlerweile knapp 50 Umweltzonen in Deutschland viele Städte die Vorgaben der EU Gesetzgebung zur Luftreinhaltung nicht einhalten können. 

 

Das Alter der Maschinen und die Art ihrer Nutzung sind die beiden Hauptgründe für die hohen Ultrafeinstaubemissionen durch Baumaschinen. Denn trotz vergleichsweise geringer Stückzahlen stellen sie durch ihre vielen Einsatzstunden am selben Ort und ihre intensive Nutzung über viele Jahre hinweg für Anwohner und Baustellenarbeiter ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Partikelgrenzwerte für Neumaschinen wurden erst 1999 eingeführt und im Gegensatz zu Straßenfahrzeugen seitdem nicht verschärft. Deshalb halten zahlreiche im Einsatz befindliche Maschinen keine oder nur schwache Abgasstandards ein.

 

Eine Folge hiervon: Baustellenarbeiter sind, gegenüber der Normalbevölkerung, einem doppelt so hohen Krebsrisiko ausgesetzt. Dies ergaben Untersuchungen des Helmholtz Instituts München. Die Verbände der Kampagne Russfrei fürs Klima fordern in Deutschland zum Schutz der Arbeitnehmer auf Baustellen, der Anwohner von Langzeitbaustellen und des globalen Klimas den verpflichtenden Einsatz von effektiven Partikelminderungssystemen nach dem Vorbild der Schweiz.

 

Um die Umsetzbarkeit dieser Forderung zu unterstreichen, wurde die Internetseite (www.russfrei-bauen.de) erstellt, deren Kernstück eine onlinebasierte Datenbank mit in Deutschland nachgerüsteten Baumaschinen beinhaltet. Hier können sich Ausschreibende, Baubetriebe, Berufsgenossenschaften und Betriebsräte über das Angebot an bereits nachgerüsteten Baumaschinen in Deutschland informieren. Die Internetseite klärt darüber hinaus über die Bedeutung von Baumaschinen für die innerstädtische Rußbelastung auf, von der vor allem Anwohner und Baustellenarbeiter betroffen sind.

 

Ziel der Datenbank, ist es Bauherren und Unternehmer eine Möglichkeit zu geben zuverlässig prüfen können, welche Partikelfilter für die von ihnen verwendeten Baumaschinen angeboten werden. Gleichzeitig können sich Berufsgenossenschaften und Gewerkschaften auf das Angebot an Filtertechnologie berufen, um mehr Arbeitsschutz auf der Baustelle einzufordern. Mit Hilfe des Informationssystems soll der umfassende Einsatz von Filtertechnologie auch für Baumaschinen und stationäre Geräte vorangetrieben werden.