Starke Luftverschmutzung am Kreuzfahrtterminal in Barcelona

Messungen des NABU am stark frequentierten Kreuzfahrterminal der beliebten Hafenstadt Barcelona zeigen eine hohe Schafstoffbelastung der Atemluft durch Schiffsabgase.

© Sehlmann
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Barcelona, 13. Oktober 2014 - Gemeinsam mit dem katalanischen Umweltverband Ecologistes en Accio und der Bürgerinitiative FAVB dokumentierte der NABU am 13. Oktober 2014 die Feinstaubkonzentration an verschiedenen Terminals. Allein an diesem Tag lagen 7 Kreuzfahrtschiffe vor Anker – keine Seltenheit für das populäre Reiseziel am Mittelmeer. Mit einem speziellen Partikelzählgerät konnten zeitweise bis zu 430.000 Partikel pro Kubikzentimeter Luft nachgewiesen werden. Dieser Wert liegt um das 50- bis 80-fache über der ohnehin schon hohen Schadstoffkonzentration an den stark befahrenen Hauptstraßen der Stadt. Entsprechend stark tragen die Kreuzfahrtschiffe zur lokalen Luftverschmutzung bei.

 

Seit Jahren schon steigt auch in der spanischen Hafenstadt die Zahl der Schiffsanläufe kontinuierlich an. Die starke Zunahme des Schiffsverkehrs wirkt sich nachteilig auf die Luftqualität der Metropole aus, indem große Mengen Feinstaub sowie Schwefel- und Stickstoffdioxide emittiert werden, die auch als Vorläuferstoffe für das gesundheitsgefährliche bodennahe Ozon fungieren. Grund dafür ist, dass die Schiffe ihren stark verunreinigten Treibstoff verbrennen, ohne die Abgase zu filtern. Ein solches Vorgehen wäre an Land, sei es bei Pkw, Lkw oder Kraftwerken völlig undenkbar. Auf See jedoch ist es nach wie vor Usus, das billige Schweröl als Kraftstoff zu verwenden und riesige, schwarze Rauchschaden hinter den Schiffen herzuziehen. Doch die giftigen Abgase bleiben nicht über dem Meer. Die Schadstoffe werden an Küsten und bis zu 400 Kilometer ins Landesinnere geweht, wo sie Gewässer und Böden überdüngen oder sauer werden lassen und der menschlichen Gesundheit schaden.

Umweltverbände wie der NABU fordern deshalb seit Langem, dass alle Schiffe mit zeitgemäßer Abgastechnik ausgestattet werden und auf weniger schwefelhaltige Kraftstoffe umsteigen. Desweiteren sollte das gesamte Mittelmeer als Schwefelemissionskontrollgebiet (SECA)  ausgewiesen werden, um analog zu Nord- und Ostsee niedrigschwefelige Kraftstoffe mit Beginn des Jahres 2015 verpflichtend zu machen.