Klimaschäden

Die Erwärmung der Arktis hat dramatische Ausmaße angenommen. Vor allem in den Wintermonaten lassen sich dort erhebliche Temperaturerhöhungen feststellen. In den ersten sieben Jahren dieses Jahrtausends stieg die Temperatur auf der Erde um durchschnittlich 0,54 °C im Vergleich zum Referenzzeitraum 1951-1980. Während der gleichen Zeit stieg die Temperatur in der Arktis um mehr als zwei Grad Celsius an. Im letzten Jahr hat sich diese Entwicklung sogar noch beschleunigt. Während die globale Temperatur um 0,44 °C zugenommen hat, stieg sie im Arktischen Bereich bereits um bis zu 3,5 °C an (Abbildung 1).

Abbildung 1 © Dr. James Hansen (2008)
Abbildung 1 © Dr. James Hansen (2008)

Diese Erwärmung führt dazu, dass die Eisflächen in der Arktis deutlich schneller schmelzen als bislang angenommen (Abbildung 2). Die Folge ist unter anderem eine Freisetzung von klimaschädlichem Methan vorrangig aus den auftauenden Permafrostböden. Zusätzlich beschleunigt sich der Anstieg des Meeresspiegels. Diese Veränderungen drohen eine unumkehrbare Situation zu schaffen, so genannte „Tipping points“ entstehen. Dies hat unkalkulierbare Folgen, nicht nur für die umliegenden Regionen, sondern auch für das weltweite Klima. Wissenschaftler, wie Dr. James E. Hansen vom NASA Goddard Institute for Space Studies, haben festgestellt, dass Dieselruß (englisch: Black Carbon) massiv zu dieser Klimaveränderung beiträgt. Die schwarzen Rußpartikel, die bei der unvollständigen Verbrennung von fossilen Brennstoffen und von Biomasse entstehen, wirken dreifach schädlich:

Abbildung 2 © NASA
Abbildung 2 © NASA
  • sie absorbieren das Sonnenlicht und tragen zur Erwärmung der unmittelbaren Umgebung bei (direkter Effekt),
  • sie lagern sich auf den weißen Eisflächen ab und reduzieren so die Reflexion des Sonnenlichtes um bis zu 40 Prozent, in deren Folge das Eis noch schneller erwärmt und damit das Abschmelzen der Gletscher beschleunigt wird (Albedo-Effekt),
  • sie beeinflussen die Wolkenbildung und führen damit zur Veränderung der Niederschlagsverhältnisse (indirekte Wirkung).
Abbildung 3 © NASA
Abbildung 3 © NASA

Der wärmende Effekt von Ruß in der Arktis zeigt sich durch eine früher im Jahresverlauf einsetzende verstärkte Schmelze von Eis- und Schneeflächen sowie dem tieferen Auftauen der Permafrostböden. Dadurch werden die Wirkungen nochmals verstärkt.

Hansen und seine Kollegen haben auch gezeigt, dass die Rußpartikel auf den Eisflächen der Arktis vorwiegend aus Europa stammen. Wie Abbildung 3 zeigt, werden diese Rußemissionen aufgrund der herrschenden Windströmungen auf der Nordhalbkugel entweder über Sibirien oder direkt in die Arktis getragen und dort abgelagert. Zwar gelangen Rußpartikel auch aus Nordamerika und Südostasien in die Arktis, doch der größte Anteil aller Rußpartikel im arktischen Eis stammt aufgrund der Stärke und Richtung der Winde zu fast zwei Dritteln aus Europa. Derzeit sind Modellierungen und Messungen im Gange, um die Folgen regionaler und saisonaler Rußemissionen auf die Arktisregion noch besser abschätzen zu können.