Überschreitungstage aller Orten – Auch im "Jahr der Luft" halten viele deutsche Städte die gültigen Grenzwerte für Luftschadstoffe nicht ein


Im vergangenen Jahr wurden an 382 von 389 installierten Messstationen in Deutschland zu hohe Werte für Feinstaub und andere Luftschadstoffe gemessen – knapp 5000 Überschreitungstage zählten die Geräte insgesamt. Jeder einzelne Tag, an dem die gesetzlich festgeschriebenen Höchstgrenzen nicht eingehalten werden, bedeutet ein gesundheitlich und ökologisch bedenkliches Maß an Schadstoffbelastung in der Atemluft.

 

Monitoring im europäischen „Jahr der Luft“

EU-Umweltkommissars Janez Potočnik hat 2013 zum „Jahr der Luft“ ausgerufen, umfassende Gesetzesnovellierungen im Bereich der Luftreinhaltung stehen an. Die Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ nimmt diese Ankündigung zum Anlass, die Belastungssituation in diesem Jahr für Deutschland genau zu protokollieren. Wann wurden wo zu große Schadstoffmengen gemessen? Wie viele Messpunkte überschritten die bedenklichen Grenzwerte? Der wöchentlich aktualisierte Zähler für Überschreitungstage gibt Aufschluss über die Qualität der Atemluft und die Gesamtsituation. Schon zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich hieraus der dringende Handlungsbedarf für eine ambitionierte Luftreinhaltepolitik ableiten. Denn traurig, aber wahr: Für einige Städte war das Jahr der (sauberen) Luft bereits am Neujahrsmorgen beendet.


Mangelhafte Luftqualität sichtbar machen

Die feinen Luftschadstoffe sind für das menschliche Auge in der Regel unsichtbar. Um die permanente Belastung dennoch stärker im Bewusstsein von Stadtverwaltungen und verantwortlichen Entscheidungsträgern zu verankern, wird „Rußfrei fürs Klima“ Städte und Kommunen im laufenden Jahr immer wieder anschreiben, sobald dortige Messstationen zu hohe Werte dokumentieren. Schließlich garantieren selbst eingehaltene Grenzwerte noch keine Entwarnung für Mensch und Umwelt, da die geltenden Immissionshöchstgrenzen nicht mehr dem wissenschaftlichen Kenntnisstand und den daran gekoppelten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen. Dabei liegen die Lösungen auf der Hand: Mit wenigen (kosten-)effizienten Maßnahmen, wie dem verpflichtenden Einbau von Rußpartikelfiltern in dieselbetriebene Fahrzeuge und Maschinen sowie der Einrichtung von Umweltzonen können schnell messbare Erfolge erzielt werden.

Musterbrief Überschreitungstage.pdf
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