Die Kampagne

© Harry Hautumm/pixelio.de
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Worum geht es?

Rußpartikel sind ein Teil des Feinstaubs und entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse. Sie tragen zur globalen Erwärmung bei und wirken dabei besonders verheerend in der Arktis, wo sie für fast ein Grad Celsius Erwärmung verantwortlich gemacht werden. Rußpartikel verkürzen die Lebenserwartung – sie verursachen Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und können zu Krebs führen. Durch den Einbau von Rußpartikelfiltern, die Verwendung von saubererem Treibstoff, Verkehrsvermeidung und -verlagerung und die Einrichtung von Umweltzonen können sie erheblich reduziert werden. Davon würde die Gesundheit tausender Menschen und die Umwelt immens profitieren.

 

Warum ist der Verkehr relevant?

Weltweit gibt es mehrere, regional unterschiedlich bedeutende Quellen für die klimawirksamen Rußpartikel. Ein Großteil stammt aus dem Hausbrand und dem Abbrennen landwirtschaftlicher Flächen. Der Verkehr ist für rund 25 Prozent der Gesamtemissionen verantwortlich. Das Erwärmungspotential von Ruß hängt jedoch entscheidend vom Ort der Emission ab. Zwischen dem 40. und 50. nördlichen Breitengrad – also der Lage Mitteleuropas – der Verkehr Hauptemittent von Ruß, in diesem Fall Dieselruß.

 

Ein Grund ist der hohe Anteil von Dieselfahrzeugen am europäischen Flottenbestand von 40 Prozent. Problematisch ist dabei dir noch immer geringe Verbreitung von Dieselpartikelfiltern im Fahrzeugbestand. Weiterhin sind auch Lokomotiven, Schiffe und Baumaschinen mit Dieselmotoren fast ausnahmslos ungefiltert. Durch wirksame Partikelfilter werden die Rußteilchen nahezu vollständig aus den Abgasen gefiltert. In der Reduktion von Rußpartikeln aus dem Verkehrsbereich liegt das größte Potenzial, um die negativen Folgen für die Arktis schnell zu verringern. Deshalb konzentrieren sich die Verbände in der Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ auf die Reduktion von Dieselemissionen aus dem Verkehr.

 

Rußpartikel sind im Gegensatz zu den Klimagasen CO2, Methan oder Ozon vergleichsweise kurzlebige Stoffe, d.h. sie haben nur eine geringe Verweilzeit in der Atmosphäre. Eine Reduktion von Dieselruß führt daher sehr schnell zum Erfolg und ist deshalb ein unverzichtbarer Baustein für die langfristige Bekämpfung der Erderwärmung. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat 2011 die Klimawirksamkeit von Black Carbon wissenschaftlich untersuchen lassen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Minderung von Black Carbon positive Effekte auf das Weltklima hat und Zeit für den weiteren Kampf gegen den Klimawandel verschaffen kann. Die Reduzierung der im Kyoto-Protokoll festgelegten Klimagase, allem voran CO2, hat selbstverständlich nach wie vor oberste Priorität und darf nicht vernachlässigt werden.