Hochseeschifffahrt und Kreuzfahrtschiffe
Die internationale (Hochsee-)Schifffahrt wurde als Emissionsquelle für Luftschadstoffe jahrelang vernachlässigt. Von den insgesamt ca. 99.000 Schiffen werden über 42.000 Handelschiffe für den weltweiten Warentransport auf den internationalen Gewässern eingesetzt. Passagierschiffe nehmen hier einen Anteil von "nur" 8% ein, allerdings mit stetig steigender Tendez. Des weiteren wächst die Flotte der Kreuzfahrtschiffe um jährlich bis zu 5 neue Schiffe - und diese sind mittlerweile in ihrer Größe und dem damit zusammenhängenden Energieverbrauch mit einer Kleinstadt zu vergleichen.
Aktuelle Studien belegen nun, dass die Schifffahrt mit mehr als 12 Mio Tonnen Schwefeloxiden und über 20 Mio. Tonnen Stickoxiden den Luftverkehr um das Hundertfache bzw. das Zehnfache übertrifft. Auch die Rußemissionen sind dementsprechend enorm hoch. Rußfilter- oder ähnliche Abgasnachbehandlungssysteme sucht man derzeit lange; sie sind bisher nur vereinzelt in Schiffe eingebaut worden.
Der Grund für die skandalöse Emissionsbilanz ist vor allen, dass die Hochseeschifffahrt auf Schweröl als Treibstoff (HFO - Heavy Fuel Oil, auch Bunker Fuel genannt) zurückgreift. Dieses Restprodukt, welches an Land als Sondermüll entsorgt werden müßte, greifen die Reeder günstig bei den Ölraffinerien ab und verfeuern es an Bord: Ein günstiger, aber vorallem dreckiger und gefährlicher Schiffskraftstoff - der neben hohen Schwefel- und Russemissionen auch Schwermetalle, Asche und andere Sedimente enthält.
Auf internationaler Ebene ist die IMO (die International Maritime Organization der UNO) für die Regulierung der Treibstoffverwendung zuständig. Innerhalb der nächsten 8 Jahre soll vom HFO (mit einem erlaubten maximalen Schwefelgehalt von 3.5% (seit dem 1.1.2012, davor waren es 4,5%) auf schwefelreduzierten Kraftstoff mit einem max. Anteil von 0.5% Schwefel umgestiegen werden. In speziell ausgewiesenen Emissionskontrollgebieten wird bereits ab 2015 nur noch die Verwendnung von sauberem Marine Diesel Öl mit einem Schwefelgehalt von maximal 0.1% erlaubt sein. Die EU regelt die Umsetzung der IMO-Verordnung in der Direktive 1999/32/EC, die derzeit überarbeitet wird.
2012-01-20 Hintergrundpapier_Kreuzfahrt.
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Aktivitäten im Bereich Hochseeschiffahrt
Dinosaurier des Jahres 2011 an AIDA und TUI Cruises
Der NABU hat Deutschlands peinlichsten Umweltpreis am 28.12.2011 an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises verliehen. Stellvertretend für die ganze Branche fordert der NABU den Einsatz von saubererem Schiffsdiesel und den Einbau von Partikelfiltern. weiter...
Fachtagung zum Thema "Gefahr Schiffsemissionen"
Am 24.1.2011 lud die Rußfrei fürs Klima Kampagne nach Hamburg zu einem eintägigen Fachgespräch zum Thema Schiffsemissionen ein. Die Vorträge sowie ein kurzes Fazit finden Sie hier...
Kampagne "Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!"
Im Mai 2011 startete der NABU eine Kampagne, die sich für eine saubere Kreuzschifffahrt einsetzt. Durch Aufklärung der Öffentlichkeit und Sensibilisierung potentieller Kunden sollen die Kreuzfahrt-Reeder dazu bewegt werden, auf saubereren Treibstoff umzusteigen - weg vom Schweröl- und Abgasnachbehandlungssysteme wie Rußfilter einzubauen. Mehr Infos hier...


