Baumaschinen

© BUND/Hilgenberg
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Als Baumaschinen gelten mobile und nicht mobile Geräte, die im Bereich von Baustellen eingesetzt werden. Beispiele sind Bagger, Raupen oder Stromaggregate.

 

Trotz der verhältnismäßig geringen Stückzahlen und Kilometerleistungen tragen sie in urbanen Gebieten zu hohem Anteil zur Luftbelastung bei. Grund dafür sind das häufig hohe Alter der Maschinen, die hohe Motorisierung und der tägliche Einsatz über viele Stunden an einem Ort. Vergleichsweise spät wurden für Baumaschinen Emissionsgrenzwerte und damit Abgasreinigung und Effizienzsteigerung eingeführt. Baumaschinen sind aus diesen Gründen für knapp 30 % der innerstädtischen verkehrsbedingten Feinstaubemissionen verantwortlich.

 

Für neue Maschinen gelten ab 2012 schrittweise die Grenzwerte der Stufe IIIB mit einem Wert für die Partikelmasse von 0025 g/kWh. Selbst durch die zu erwartende Erneuerung bei planmäßiger Einführung der neuen Grenzwerte für die sogenannte Stage IIIB der EU Richtlinie werden nach Berechnungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung IFEU ab 2015 jährlich mindestens 1,5 Kilotonnen Ruß emittiert.

Darüber hinaus wurde im November 2011 auf europäischer Ebene die Ausweitung der sogenannten Flexibilisierungsrate von 20 auf 37,5 Prozent beschlossen. Das bedeutet, dass jeder Hersteller knapp 40 Prozent seiner jährlichen verkauften Motoren mit der schwächeren Stufe IIIA in den Markt bringen darf, obwohl für die Motoren bereits die neue Abgasstufe IIIB gilt. Das entspricht faktisch einer Abschwächung der Grenzwertfestsetzung.

 

Auch die Grenzwertstufe IIIB verlangt keinen Partikelfilter. Dieser ist nur dann vorgeschrieben, wenn die Maschinen in geschlossenen Räumen betrieben werden. In anderen Ländern Europas und weltweit wird hingegen die Ausstattung von Baumaschinen mit Partikelminderungssystemen aus Gründen des Gesundheits- und Klimaschutzes bereits verpflichtend bei allen Einsätzen vorgeschrieben. Gute Vorbilder in diesem Bereich sind Japan, Kalifornien und vor allem die Schweiz.

 

Forderungen der Kampagne an die Politik

• Die Kampagne fordert von allen politischen Ebenen Einsatz im Kampf gegen Feinstaub. Da Ruß neben seiner negativen Wirkung auf das Klima auch nachweislich der Gesundheit der Menschen vor Ort erheblich schadet, sind Kommunen, der Bund und die Europäische Kommission in der Pflicht, alle Möglichkeiten zur Minderung von Rußemissionen umzusetzen.

• Auf europäischer Ebene fordert die Kampagne die Einführung ambitionierter Grenzwerte und insbesondere die Einbeziehung der Kenngröße „Partikelanzahl“ bei der Revision der „Non-Road-Mobile-Machinery“- Richtlinie im Jahr 2012.

• Von der Bundesregierung fordert die Kampagne, auch Baumaschinen in die Regulierungen zu Umweltzonen einzubeziehen. Aktuell gilt eine generelle Ausnahmegenehmigung für alle Baumaschinen ungefiltert in die Umweltzone einfahren zu dürfen

• Darüber hinaus müssen die Technischen Regeln für Gefahrenstoffe TRGS 554, die den Einsatz von Partikelfiltern für Baumaschinen in ganz oder teilweise geschlossenen Arbeitsbereichen vorschreiben, auf offene Arbeitsbereiche erweitert werden. Auch dort sind Baustellenarbeiter einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, an Krebs zu erkranken, Dies wurde durch Studien belegt.

• Auch die Kommunen sind gefordert. Durch Auflagen in öffentlichen Ausschreibungen kann sichergestellt werden, dass von Bauunternehmen nur Maschinen mit Partikelminderungssystemen eingesetzt werden, die die Gesundheit der Anwohner und Baustellenarbeiter ebenso schont, wie das Klima.

 

Mehr Informationen zu bereits nachgerüsteten Baumaschinen finden Sie unter www.russfrei-bauen.de

 

Ansprechpartnerin:

Dorothee Saar, E-Mail: saar[at]duh.de

Annette Grass, E-Mail: grass[at]duh.de

 

Hintergrundpapier Messungen bei Baumaschinen 2014
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Hintergrundpapier Baumaschinen
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